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Unsere Themenbereiche

Am 20.6.2005 wurde das Tierexperimentelle Zentrum der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen (TEZ) eröffnet, beschönigend Franz-Penzoldt-Zentrum genannt.

Die Baukosten betrugen 26 Millionen Euro, die Einrichtungskosten 2,5 Millionen Euro. Die Gebäude enthalten neben einer Vielzahl enger Käfige für Mäuse, Ratten und Kaninchen auch Räume für Primaten, Hunde, Katzen und Großtiere, aber keinen einzigen Quadratmeter für tierversuchsfreie Forschung.

Tierversuche werden Jahr für Jahr mit öffentlichen Geldern in Höhe von mehreren Hundert Millionen Euro gefördert. Die tierversuchsfreie Forschung dagegen wird derzeit mit lediglich etwa vier Millionen Euro pro Jahr staatlich unterstützt. Bei diesen ungleichen Voraussetzungen wundert es kaum, wenn dieser gewaltfreie, zukunftsweisende Zweig der Forschung bislang ein Schattendasein führt.

Mit der Einrichtung des Tierexperimentellen Zentrums wurde in Erlangen die Chance für eine zeitgemäße Forschung verpasst.

Der Bau des Zentrums sei notwendig geworden, hieß es von Seiten der Verantwortlichen, weil die dezentrale Tierhaltung teilweise katastrophal sei (so Dr. Labahn, der Tierschutzbeauftragte der Universität in einem Interview in den Erlanger Nachrichten, Febr./2003). Hätten wir in all den Jahren vor der Einrichtung des TEZ nach der Qualität der dezentralen Tierhaltung gefragt, hätten wir wohl niemals eine solch niederschmetternde Antwort erhalten. Das TEZ solle lediglich einer besseren Tierhaltung dienen, wurde gesagt, nicht etwa einer Steigerung der Tierversuche. Eine politische Anfrage im Bayerischen Landtag musste dann doch wahrheitsgemäßer beantwortet werden, nämlich, dass sehr wohl eine Ausweitung von Tierversuchen stattfindet – vor allem im gentechnischen Bereich, in der Schmerzforschung oder auch in der Forschung mit Kunstherzen. Etwa 25 000 Tiere werden in Erlangen jährlich für Experimente „verbraucht“. Sie werden in den üblichen, tristen, nicht ausgestalteten Käfigen gehalten (Erfahrung von Tierschützern bei einer Besichtigung am Eröffnungstag).

Trotz millionenfacher Tieropfer jährlich sterben in unserem Land 80 % der Menschen an Zivilisationskrankheiten (z.B. an Herz- und Kreislaufkrankheiten, Diabetes, Rheuma oder bestimmten Krebsarten). 64% aller Todesfälle sind direkt auf falsche Ernährung zurückzuführen. 71 Milliarden Euro Kosten müssen wir jährlich für ernährungsbedingte Krankheiten ausgeben.

In Deutschland sterben jährlich bis zu 58 000 Menschen an tierversuchserprobten Medikamenten. Hinzu kommt noch die Zahl der Erkrankungen durch Medikamentenschäden.

Tiere unterscheiden sich anatomisch, physiologisch, biorhythmisch und ethologisch vom Menschen - ganz besonders unter Laborbedingungen.

Künstlich krank gemachte Tiere, an denen durch brutale Eingriffe Schäden hergestellt wurden, haben mit der menschlichen Erkrankungsrealität nichts zu tun.

Der Mensch wird dabei auf das Maß einer Maschine reduziert, seelische und soziale Komponenten, Einflüsse durch Umweltbelastungen, falsche Ernährung usw. bleiben unberücksichtigt.

Die Ergebnisse von Tierversuchen werden mit unvorhersehbarem Risiko auf Menschen übertragen. Erst im Nachhinein stellt sich heraus, ob die Übertragbarkeit bei 0 oder bei 100 Prozent liegt.

All die Stoffe und Substanzen, die uns und unsere Umwelt vergiften, wurden im Tierversuch entwickelt und erprobt. Bei der politischen Festlegung der so genannten Schwellenwerte, wird die Giftmenge vom Tier einfach auf den Menschen hochgerechnet.

Ein Meerschweinchen stirbt an 0,6 Mikrogramm Dioxin pro kg Körpergewicht, ein Hamster erst an 3000 Mikrogramm pro kg Körpergewicht. Was ist jetzt ein Mensch - 70 kg Meerschweinchen oder 70 kg Hamster?

Was für Menschen gut ist, kann nur an Menschen erforscht werden - selbstverständlich muss das mit gewaltfreien Methoden geschehen. Z.B. liefern menschliche Zellen, Gewebeproben und menschliches Operationsmaterial (an dem ausschnitthaft jedes Organ über seine ureigenen mikroskopisch kleinen Bausteine untersucht werden kann) gesicherte Erkenntnisse über menschliche Erkrankungen.

In der Ganzheitsmedizin, Erfahrungsheilkunde, Vorsorgemedizin und Naturheilkunde sowie in klinischen Studien werden menschliche Krankheiten ursächlich erforscht und therapiert, während die Tierversuchsmedizin lediglich Symptome bekämpft.

Tierversuche mindern die Achtung vor dem Leben und führen zur Verrohung der medizinischen Kultur.

Franz-Penzoldt-Zentrum: Zentrales Tierversuchslabor der Universität Erlangen

70 Jahre Tiergarten Nürnberg

70 Jahre Gefängnis für Tiere


Stellen Sie sich vor


•  Ihr Haus ist spärlich möbliert und aus Glas.

•  Ihr Haus hat einen kleinen Garten.

•  Der Garten ist von einer unüberwindlichen Abgrenzung oder Einfassung umgeben.

•  Sie können Haus und Garten niemals verlassen.

•  Eine Großküche liefert Ihnen täglich die notwendigen Mahlzeiten.

 

Sie finden das durchaus gemütlich und gar nicht so schlimm?
Na gut, Sie haben ja auch nicht den Bewegungsdrang eines Vogels, eines Wolfes, eines Eisbären oder eines Delfins.


Aber wie wäre es, wenn:


•  sich täglich vor dem Gitter eine Anzahl Neugieriger versammelte, um Sie zu begaffen?

•  Ihre Kinder regelmäßig verfüttert würden, sobald sie dem - für die Zuschauer attraktiven - Babyalter entwachsen wären?

•  Sie bis zu 18 Stunden täglich angekettet würden (wie z.B. die Elefanten in Zoos)?


Für Sie wäre das unerträglich? - Für die Zootiere auch!

Eisbären

Wieder gab es Eisbärenbabys im Tiergarten Nürnberg: Eisbärin Vera hatte am 21.11.2008 Zwillinge zur Welt gebracht. Eines starb am 10.12.2008, das zweite folgte am 12. Dezember.

Zur Vorgeschichte der Eisbärenhaltung im Tiergarten Nürnberg:

Anfang Januar 2008 brachten zwei Eisbärinnen im Nürnberger Tiergarten Junge zur Welt. Eisbärin Vilma fraß ihre beiden Jungen. Vermutlich tat sie das vorsorglich, um sie vor den Bedingungen zu schützen, in denen sie selber leben muss. Eisbärinnen in freier Natur fressen ihre Babys, wenn die Lebensumstände ungünstig sind.

Eisbärin Vera wollte ihr einziges Junges verstecken, sie versuchte, es fort zu bringen. Man muss sich das einmal vorstellen: ein eingesperrtes Muttertier irrt verzweifelt und panisch herum und sucht nach einem sicheren Versteck für ihr Baby, kann aber keins finden im Käfig oder in dem winzigen Außenbereich. Das Junge wurde daraufhin der Mutter weggenommen, um von Menschenhand aufgezogen zu werden. Die Tiergartenleitung sowie Teile der Presse (in Nürnberg die gesamte Presse) schoben die Schuld für das Herumirren der Bärin mit dem Kleinen im Maul auf ein Fernsehteam , das sich zu nah am Gehege zu schaffen gemacht hatte und so den Stress bei der Polarbärin ausgelöst haben soll. Wenn schon eine solche Behauptung aufgestellt wird: Das Fernsehteam sowie die Schaulustigen werden sich kaum eingeschlichen haben. In einem so sensiblen Bereich wäre eine Aufsicht die mindeste Vorsichtsmaßnahme gewesen.

Die Verantwortlichen im Tiergarten hätten die beiden Babys von Vilma retten können (das sind die gefressenen Babys), taten das aber nicht, weil sie der „Natur“ ihren Lauf lassen wollten, obwohl es „Natur“ in Käfigen und Minigehegen nicht gibt. Vera wurde ihr Baby weggenommen, obwohl sie deutlich zeigte, dass sie ihr Kind nicht gefährden, sondern retten wollte vor dem Lärm, dem Rummel, den Menschen.

Es war herzzerreißend, die Aufnahmen von dem armen kleinen Wesen anzuschauen, dass allein in einer beleuchteten Kiste lag und anfangs hilflos und zitternd die Beinchen in die Luft streckte, später mit einem Plüschbären spielte. Natürlich suchte und brauchte es die Mutterbrust, den Mutterbauch, Geborgenheit und Dunkelheit, den Geruch und die Zärtlichkeiten der Mutter. Sinnigerweise hatte man ihr einen Spiegel in die Kiste gestellt – und das arme Ding leckte wirklich an seinem Spiegelbild herum. Nach der Handaufzucht wurde das Eisbärenkind, „Flocke“ genannt, gnadenlos vermarktet – solange eben das Kindchenschema wirkte.

„Flocke“ – so hieß es – sollte als Botschafterin genutzt werden, um auf die Gefährdung der Lebensräume in der Arktis hinzuweisen. Das funktionierte, wie jetzt eingestanden wird, nicht. Natürlich nicht, denn es handelte sich lediglich um eine lächerliche Schutzbehauptung.

Solange die Menschen Eisbären in Zoos sehen können, ist es für sie leichter, Umweltzerstörung und Artensterben zu verdrängen. Leere Käfige und Gehege mit dem Hinweis auf die Gefährdung oder das Ausgestorbensein einer Tierart wären sicher viel eindrucksvoller, ließen aber nicht die Kassen klingeln.

Der Nürnberger Tiergarten setzt insgesamt seine unrühmliche Geschichte in der Eisbärenhaltung fort. Im April 2000 entwichen vier Eisbären aus mangelhaft gesicherten Käfigen. In einer äußerst umstrittenen Aktion wurden sie erschossen. Das hätte ein Lehrstück sein können. Stattdessen manövrierte man sich in neue Desaster.

Die Frage ist daher nicht, in welcher Form man den Eisbärennachwuchs aufzieht, sondern, ob sich Eisbären für die Gefangenschaftshaltung eignen.

Mit der Natur haben die Lebensbedingungen der Eisbären in Betonhöhlen und Planschbecken nichts gemein. Die Tiere sehen nur noch so aus wie ihre frei lebenden Artgenossen, sind aber nichts weiter als Fragmente - aus dem natürlichen Zusammenhang heraus gerissen, sagen sie nichts mehr aus über ihre Stellung und Funktion in ihrem natürlichen Lebensraum.

Eisbären in Freiheit wandern, sie haben ein natürliches Habitat, also einen Lebensraum, von der Größe Italiens. Sie verbringen ihr Leben damit, riesige Gebiete abzulaufen, stehen und liegen tun sie nur selten. Die Bärinnen dulden normalerweise auch keine andere Geschlechtsgenossin in ihrer Nähe. Je größer der natürliche Lebensraum von Tieren ist, desto häufiger treten in der Gefangenschaft Stereotypien auf, das sind Verhaltensanomalien in Form von sich ständig wiederholenden Handlungen, z.B. zwanghafte immer gleiche Bewegungen. Und je größer der natürliche Lebensraum, desto höher ist die Jungtiersterblichkeit infolge von Stress bei den Müttern in Gefangenschaft.

Immer mehr Zoos verzichten deshalb auf die Eisbärenhaltung. In Großbritannien hat man sie ganz aufgegeben. Dort ist man uns im Tierschutz meistens ein Stück voraus.

Auch nach den neuen Todesfällen im Nürnberger Tiergarten gibt es keine Hoffnung, dass die unsinnige Haltung von Polarbären beendet wird.


Stand: 19.12.2008

DELFINARIUM

Das Delfinarium im Tiergarten Nürnberg ist eines von vier Delfinarien, die in Deutschland noch existieren. Von ehemals neun wurden bereits in den 90er Jahren fünf Delfinarien geschlossen: die Einrichtungen in den Freizeitparks Rust, Phantasia-Land in Brühl, Hansapark in Sieksdorf, Holiday Park in Hassloch und das Delfinarium im Tierpark Hagenbeck in Hamburg. 2008 gab auch der Heide-Park Soltau sein Delfinarium auf und begründete dies mit der nicht artgerechten Haltung von Delfinen in Gefangenschaft. Schon 1992 erklärte der Geschäftsführer des Hansa-Parks:“ Heute wissen, wir, dass Delphine zu den Tieren gehören, die weniger gut als Zootiere geeignet sind.“ ( Kieler Nachrichten vom 19.10.1992 )

Die Geschichte des Nürnberger Delfinariums bestätigt diese Erkenntnis mit einer langen Liste von Todesfällen: 32 Delfine kamen durch Krankheiten, vor allem Infektionen, und durch Unfälle ums Leben. Seit 10 Jahren ist keine Nachzucht mehr gelungen, von 21 bekannt gewordenen Geburten leben heute nur noch 4 Tiere. Alle Erstgeburten starben>

Allein in den Jahren 2006 und 2007 starben 6 Tiere, 1 erwachsenes und 5 neugeborene Kälber. Dennoch soll mit dem geplanten Bau einer Außenanlage, der so genannten „ Delfin-Lagune “, die Delfinhaltung in Nürnberg fortgesetzt und sogar noch erweitert werden . Auch die umstrittene Delfin-Therapie soll dann in größerem Rahmen angeboten werden.

Trotz leerer Kassen will sich die Stadt Nürnberg dieses Großprojekt einiges kosten lassen: Die derzeitige Berechnung liegt bei 24 Millionen Euro für das Gesamtprojekt (einschließlich Manati-Haus). Erfahrungsgemäß steigen die Kosten während der Bauphase drastisch an, aufwändige Technik, mit der es bisher nur wenig Erfahrung gibt, und hohe Sicherheitsstandards stellen weitere finanzielle Risiken dar.

Obwohl 2/3 der Tiergartenbesucher kein Interesse am Besuch der Delfin-Vorführungen haben, sollen zukünftig alle Besucher durch das geplante Einheitsticket gezwungen werden, das Delfinarium mitzufinanzieren.

In die Diskussion um die Ausbaupläne schalteten sich zahlreiche Tier- und Artenschutzorganisationen ein und forderten in Briefen an Stadtrat und Oberbürgermeister den Verzicht auf das Lagune-Projekt. Behindertenverbände äußerten sich ablehnend zur Delfin-Therapie. Auch aus der Lokalpolitik kam deutliche Kritik: Bündnis 90/Die Grünen, Nürnberger Bürgerliste - Freie Wähler e.V., Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP), Linke Liste Nürnberg und die Wählergemeinschaft Die Guten e.V. sprachen sich klar und entschieden gegen den Bau der „Delfin-Lagune“ aus. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger brachten ihre Ablehnung in Leserbriefen zum Ausdruck. Dennoch entschieden sich Kulturausschuss und Stadtrat im Herbst 2007 für den Bau der „Delfin-Lagune“.

Durch intensive Öffentlichkeitsarbeit informiert der Verein „Menschen für Tierrechte Nürnberg e.V.“ über die Problematik der Gefangenschaftshaltung von Delfinen und fordert eine Beendigung dieser nicht mehr zeitgemäßen und ethisch fragwürdigen Tierhaltung.

Vorführung im Delfinarium: Das Wildtier Delfin als "Unterhaltungskasper"

Ein karges Betonbecken als Lebensraum für Meeressäuger






Einige Beispiele aus der langen Todesliste des Nürnberger Delfinariums:

  • 1993 EVITA: gestorben an Hautkrebs

  • 1996 JUAN: gestorben an Hautentzündung

  • 1998 EMY und ihr Baby: gestorben an Herzanfall, nachdem sich ihr vier Wochen altes Kalb im Absperrgitter verfangen hatte und Emy es nicht befreien konnte. Einer der tragischsten Todesfälle!

  • 1999 NEIKE: gestorben an Herz-Kreislauf-Versagen

  • 2004 Baby von NYNKE: Nynke nahm ihr Junges nicht an. Die Handaufzucht misslang. Nach einem Monat verstarb das Kalb.

  • 2005 Delfin-Baby: Das Kleine bekam Wasser in die Lunge und verstarb an akuter Lungenentzündung.

  • Mai 2006 Delfin-Baby: Die Lunge des Neugeborenen war mangelhaft beatmet. Es erstickte.

  • Juni 2006 DAISY und ihr Baby: Das Junge verstarb im Mutterleib an einer Infektion. Bei der Geburt wurde die Gebärmutter von Daisy zerrissen. Sie musste eingeschläfert werden.

  • Juli 2006 Delfin-Baby: Delfinweibchen Nynke nahm erneut ihr Baby nicht an. Es wurde im Kampf zwischen Nynke und Delfin Anke tödlich verletzt (keine Rückzugsmöglichkeiten in den engen Becken für die Meeressäuger).

  • Juni 2007 Delfin-Baby: Das Junge starb nach nur vier Tagen. Es trank nicht mehr und verhungerte.

  • Juni 2007 Delfin-Baby Das Neugeborene starb bereits eine Stunde nach der Geburt.

Im Tiergarten Nürnberg starben insgesamt 32 Delfine.

Seit Jahrzehnten wird im Delfinarium erfolglos gezüchtet. Von 21 Geburten leben heute nur noch 4 Tiere (2 davon in Münster). Fünf der acht Delfine in Nürnberg sind Wildfänge!

Die „Lagune“ gibt keine Garantie für ein künftiges Überleben! 18 Millionen Euro für dieses Projekt wären eine absolute Fehlinvestition!

Menschen für Tier§rechte Nürnberg e.V., Tel.: 0911/ 41 74 19
Spendenkonto: Sparkasse Nürnberg, Konto 111 888 1, BLZ: 760 501 01
Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie es sehen können





Flyer: Delfin.pdf ("Was nicht in den schönen Broschüren des Tiergartens steht")


In Deutschland wurden in den 90er Jahren 5 Delfinarien geschlossen, ein weiteres 2008. Eines der 3 verbliebenen befindet sich in Nürnberg. Die Gefangenschaftshaltung von Delfinen ist äußerst umstritten. Die hohe Sterberate im Nürnberger Delfinarium zeigt, dass Delfine für die Zoo-Haltung wirklich nicht geeignet sind. In unserem Flyer haben wir einige Aussagen von Organisationen und Politikern zum Thema zusammengestellt.

Die Haltung von Delfinen in Gefangenschaft

Greenpeace, Jörg Siepmann:
“Greenpeace lehnt die Gefangenschaftshaltung von Delfinen ab, ebenso Wildfänge von Delfinen für Delfinarien und den Bau von Delfinarien. Würden die Delfinarienbesucher erfahren, wie Delfine gefangen und gefügig gemacht werden, wäre es mit dem Spaß vorbei. Für diese Tiere, die im Meer enorm weite Strecken ziehen, ist die Einsperrung auf engem Raum Dauerstress.“
Informationsblatt: Stellungnahme zu Delfinarien

Ocean Care, Sigrid Lüber, Präsidentin:
„Delfinarien sind eine der vielen Gefahren, denen wild lebende Delfine ausgesetzt sind. Jährlich fallen Hunderte von wild lebenden Delfinen brutalen Fangmethoden zum Opfer, wobei viele der Tiere dabei ihr Leben lassen müssen. Die Triebfeder für diese Fangaktionen ist die Delfinarienindustrie, denn sie ist auf Delfin-Nachschub angewiesen. Delfinnachzucht in Gefangenschaft ist aufgrund der hohen Jungsterblichkeit und fehlender Nachkommen von bereits in Gefangenschaft geborenen Tieren nämlich alles andere als nachhaltig.“
Leserbrief Nürnberger Nachrichten,14.6.2007

Sigrid Lüber:
Wir meinen: „32 tote Delfine im Nürnberger Tierpark, 17 tote Tiere von 21 Nachzuchten im Nürnberger Tierpark, 23 Tiere aus freier Wildbahn im Nürnberger Tierpark sind mehr als genug!“
Brief an den Nürnberger Stadtrat 5.7.2007

Pro Wildlife, Dr. Sandra Altherr:
„Der Bevölkerung wird vorgegaukelt, dies (Anmerkung: Kälbersterblichkeit) sei völlig normal bei erstgebärenden Delfinen. Das ist zynisch und absurd.“ PRO WILDLIFE verweist darauf, dass wild lebende Kälber eine Überlebensrate von 76 – 80 % haben, selbst in Gruppen mit vielen erstgebärenden Delfinen. „Der Tiergarten Nürnberg muss seine Delfinhaltung beenden“, so das Fazit.
Pressemeldung vom 28.6.2007

Whale and Dolphin Conservation Society
“Wir sind der Überzeugung, dass es Tierquälerei ist, derart hochentwickelte, soziale Tiere, die enorm weite Strecken ziehen, auf engem Raum einzusperren. Die Haltung von Walen und Delfinen in Gefangenschaft erfüllt keinen wissenschaftlichen, erzieherischen und Tier- oder Artenschutzaspekt und ist somit nicht im Sinne des Wal- und Delfinschutzes. Wir sind der Überzeugung, dass Shows und die Zurschaustellung weder Respekt gegenüber diesen faszinierenden Tieren vermitteln noch zum Verständnis dieser Tiere beitragen.“
Whale and Dolphin Conservation Society Homepage

Andreas Morlok, Wal- und Delfinschützer:
“Sämtliche Meeressäuger werden in Deutschland für überwiegend kommerzielle Showzwecke so lange ausgebeutet, bis sie tot sind. Mit Artenschutz haben diese winzigen Betonbecken nichts zu tun, denn keines dieser intelligenten und freiheitsliebenden Tiere bekommt jemals die Chance, im Meer leben zu können. Wer „Flipper“ liebt, der meidet konsequenterweise Zoos mit Delfinarien.“

Delfintherapie

Bundesverband autismus Deutschland e.V., Maria Kaminski, Vorsitzende
"Ich favorisiere andere Therapieformen, deren Wirkung bereits seit langer Zeit wissenschaftlich sehr gut bewiesen ist und die zudem weitaus günstiger angeboten werden. Schon alleine der Kostenfaktor spricht eindeutig gegen die Delfintherapie, die oftmals mehrere tausend Euro verschlingt und die Eltern behinderter Kinder in Existenznöte bringen kann. Nicht zu vergessen ist auch, dass Delfine Wildtiere sind, die in Gefangenschaft nicht artgerecht gehalten werden können."
23.09.2007

Whale and Dolphin Conservation Society, Dr. Karsten Brensing, Meeresbiologe und Conservation Manager:
„Die wenigsten Menschen wissen, dass Schwimmprogramme, also auch die Delfintherapie in Delfinarien mit zwei maßgeblichen Risiken verbunden ist. Zum einen erhöht sich die Gefahr von Verletzungen durch aggressive Tiere, die in den beengten Verhältnissen nicht ausweichen können und zum anderen erhöht sich das Risiko durch Krankheitsübertragung. Wir dürfen nicht vergessen, dass Delfine Raubtiere sind und sich nicht wie unsere Hunde an das Leben mit Menschen gewöhnt haben und, dass die Delfine ihre Fäkalien ständig an das Wasser abgeben, in dem die oftmals immun geschwächten Patienten mit ihnen schwimmen.“
August 2007

Geplanter Bau einer Lagune in Nürnberg

ÖDP, Thomas Schrollinger, Vorsitzender des Kreisverbandes Nürnberg: „Wenn die Einnahmen des Delfinariums 42 % der Gesamtsumme des Tiergartens ausmachen (Zahlen aus 2005), dann muss in den Augen gewinnorientierter Tiergartenbetreiber eine Schließung eine Katastrophe sein. Mit dem krampfhaften Festhalten am Bau der sog. Lagune wird Profitstreben als Tierschutz verkauft. Dabei ist das geplante Freibecken nicht viel mehr als ein Wintergarten für eine Gefängniszelle.“
Pressemitteilung 11.7.2007

Richard O’Barry, Delfinschützer, ehemaliger Trainer der Delfine für die Flipper-Serie:
„Gefangenschaft tötet.“ Die hochsensiblen Meeressäuger litten stärker unter der Gefangenschaft als andere Tierarten. Und auch die am Schmausenbuck geplante Delfin-Lagune sei keine Lösung. „Eine Lagune ist eine Bucht im Meer, das hier ist ein Betonloch“.
Abendzeitung 30.6.2007

Bündnis 90/ Die Grünen Nürnberg, Christine Seer, stellvertretende Fraktionsvorsitzende und umweltpolitische Sprecherin:
„Die Kosten der Lagune sind von bisher 10,3 auf 17 Millionen Euro gestiegen. Die Finanzierung ist noch völlig offen. … Sofern die 17 Millionen überhaupt finanziert werden können, wird dies das Budget des Tiergartens auf Jahre belasten und auf Kosten von überfälligen Investitionen im Tiergarten (Vogelgehege, Flusspferde usw.) gehen.“
Antrag für die Stadtratssitzung am 18.7.2007

Wal- und Delfinschutz-Forum, Jürgen Ortmüller, Präsident:
„Das Delfinarium in Nürnberg dient aufgrund der Einnahmen von jährlich über 1 Million Euro hauptsächlich kommerziellen und nicht überwiegend Forschungs- oder Bildungszwecken.“
August 2007

Deutscher Tierschutzbund, Wolfgang Apel, Präsident:
„Da aus Sicht des Tier- und Artenschutzes ein derartiger Ausbau in keiner Weise verantwortbar ist, bitten wir Sie eindringlich, diesem Vorhaben eine klare Absage zu erteilen. In unserer Forderung sehen wir uns auch durch das am 28.6.2007 stattgefundene Fachgespräch zur Delfinhaltung und Delfintherapie in Deutschland auf Einladung der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen bestätigt. Sämtliche Teilnehmer (aus Wissenschaft, Patientenorganisationen, Tierärzteschaft, Tierschutz) sprachen sich aus Tier- und Artenschutzgründen einhellig gegen die Haltung von Delfinen in Gefangenschaft aus.“
Brief an OB Maly vom 11.7.2007

PRO WILDLIFE, München
fordert die Stadt Nürnberg auf, die Notbremse zu ziehen und den geplanten Neubau der Delfinlagune zu verhindern. „Die extrem hohen Sterberaten belegen, dass Delfine in Gefangenschaft nicht artgerecht gehalten werden können“, so Dr. Sandra Altherr. „Große Tümmler legen in der Natur täglich bis zu 100 km zurück, erreichen Spitzengeschwindigkeiten bis 55 km/h, tauchen ohne Probleme bis zu 500 Meter tief und leben in komplexen Familienverbänden. All dies ist ihnen in Gefangenschaft nicht möglich.“
Pressemitteilung 28.6.2007